Für viele Menschen bedeutet “Fit im Alter” vor allem eines: den Alltag möglichst lange selbstständig, sicher und gesund zu bewältigen. Gerade für Angehörige
stellt sich häufig die Frage, wie sie ihre Eltern oder Großeltern dabei sinnvoll unterstützen können – ohne zu überfordern, aber mit spürbarem Nutzen für Körper und Geist.
Dabei geht es nicht nur um körperliche Leistungsfähigkeit. Auch Sicherheit im Alltag, die passende Ernährung, geistige Forderung und das Gefühl, weiterhin aktiv am Leben
teilzunehmen, spielen eine zentrale Rolle. Für viele Familien ist „fit bleiben“ eng mit dem Wunsch verbunden, einen Umzug Ihrer älteren Angehörigen in eine stationäre Einrichtung
möglichst lange zu vermeiden.
Der Mensch ist darauf ausgelegt, sich zu bewegen – und das auch im Alter. Mit zunehmendem Lebensalter verändern sich jedoch die Muskeln. Muskelmasse und Muskelkraft nehmen ab, insbesondere die schnell reagierenden Muskelfasern, die für Kraft und Stabilität wichtig sind. Dieser Prozess lässt sich durch regelmäßige Bewegung (z.B. Radfahren, Wandern) und gezieltes Training (bspw. in Form von Seniorensport) deutlich verlangsamen. Entscheidend ist daher, geeignete Sportarten zu wählen und diese kontinuierlich in den Alltag zu integrieren. So können Sie sowohl Kraft als auch Beweglichkeit und Sicherheit erhalten.
Wer aktiv im Alter bleibt, benötigt häufig weniger Unterstützung oder kann Pflegeleistungen hinauszögern und das Risiko für Krankenhausaufenthalte reduzieren.
Studien zeigen, dass Bewegung die Funktion von T-Zellen und natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) verbessert – zwei zentrale Komponenten des Immunsystems. T-Zellen erkennen gezielt infizierte oder entartete Zellen und koordinieren die Immunantwort, während NK-Zellen schnell und unspezifisch virusinfizierte oder krankhafte Zellen angreifen.
Diese Immunzellen werden durch Zytokine, die Botenstoffe des Immunsystems, gesteuert. Sie signalisieren den Immunzellen, wann sie aktiv werden und wie stark sie reagieren sollen. Ein gesundes Gleichgewicht ist entscheidend: Zu wenige Zytokine können die Abwehr schwächen. Gleichzeitig kann eine Überproduktion bestimmter Zytokine chronische Entzündungen auslösen, die Gewebe schädigen, die Immunfunktion stören und das Risiko für altersbedingte Krankheiten erhöhen.
Akute körperliche Aktivität wirkt wie ein Reiz auf das Immunsystem: Durch die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin werden T- und NK-Zellen aus Geweben in den Blutkreislauf mobilisiert. Dort sind sie sofort einsatzbereit, um Infektionen zu bekämpfen oder beschädigte Zellen zu erkennen. Zugleich steigert dieser Prozess die Aktivität der Zellen, was langfristig das Immunsystem stärkt und die Abwehrkräfte älterer Menschen verbessert.
Nicht jede Sportart ist gleichermaßen für ältere Menschen sinnvoll. Entscheidend ist, dass Bewegung Freude macht und realistisch umsetzbar ist. Besonders empfehlenswert sind sanfte und gut steuerbare Sportarten.
Geeignete Aktivitäten sind zum Beispiel:
Dabei gilt: Lieber regelmäßig trainieren als zu selten und intensiv. Schon zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche können die Fitness für Senioren deutlich verbessern.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist gezieltes Muskeltraining. Für Senioren ist dabei besonders entscheidend, mit moderater Intensität zu starten, die Übungen
korrekt auszuführen und die Belastung allmählich zu steigern, um Verletzungen zu vermeiden.
Außerdem sollte die Ausgewogenheit zwischen Oberkörper, Unterkörper und Rumpfmuskulatur berücksichtigt werden. Denn all diese Bereiche tragen zur Sicherheit im Alltag bei –
beispielsweise beim Treppensteigen, Aufstehen oder Tragen von Einkäufen. Gezielte Seniorensport-Angebote wie Krafttraining für Senioren oder Gymnastik für Senioren lassen sich
individuell an die Fähigkeiten, Vorerkrankungen oder Einschränkungen anpassen.
Viele Angehörige erleben, dass gute Vorsätze schnell verpuffen. Deshalb ist es sinnvoll, Bewegung auch direkt in den Alltag einzubauen. Kurze Wege zu Fuß, kleine Übungen oder bewusstes
Treppensteigen fördern eine gesunde, körperliche Aktivität. Um auch wirklich am Ball zu bleiben, hilft es, feste Rituale zu etablieren. Etwa einen täglichen
Spaziergang oder einfache Trainingseinheiten zu festen Uhrzeiten. Solche Routinen geben Ihnen Struktur und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Bewegung dauerhaft
beibehalten wird.
Wichtig ist, dass Ältere gemeinsam mit dem (Ärzte-)Fachpersonal oder ihren Angehörigen entscheiden, welche Aktivitäten möglich und empfehlenswert sind. Jeder Mensch bringt
unterschiedliche Voraussetzungen mit – abhängig von dem Gesundheitszustand, der Mobilität und individuellen Ressourcen.
Neben körperlicher Fitness spielt für Senioren auch das geistige Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Gemeinsame Aktivitäten, feste Strukturen und soziale Kontakte tragen dazu bei, gesund zu altern.
Sport und geistige Aktivierung können dabei Hand in Hand gehen:
Ebenso entscheidend wie Bewegung im Alter ist jedoch eine ausgewogene Ernährung, die den Körper mit ausreichend Energie und Nährstoffen versorgt. Mit zunehmendem Alter verändern sich Stoffwechsel, Appetit und das Durstgefühl. Dadurch essen viele ältere Menschen unregelmäßiger oder nehmen zu wenig Eiweiß, Vitamine und Flüssigkeit zu sich. Das kann sich direkt auf Kraft, Beweglichkeit und die allgemeine Fitness auswirken. Eine bedarfsgerechte Ernährung im Alter unterstützt den Muskelerhalt, fördert die Regeneration nach dem Training und hilft, körperlich belastbar zu bleiben.
Im Alter ist fit zu bleiben kein kurzfristiges Ziel, sondern ein langfristiger Prozess. Mit regelmäßiger Bewegung und passenden Sportarten – sowie professioneller Unterstützung –
lässt sich viel erreichen. Denn nicht jeder ältere Mensch kann allein trainieren oder sich sicher bewegen. Chronische Erkrankungen, körperliche Einschränkungen oder Demenz erschweren
oft den Einstieg. In solchen Situationen unterstützen wir Sie mit aktivierender Pflege, gezielter Begleitung und Angeboten wie spezifischer Demenzbetreuung. Für Angehörige bedeutet das vor allem Entlastung und die Gewissheit, ihre Liebsten gut
begleitet zu wissen.
Als erfahrener Pflegedienst Bochum fördern wir Bewegung im Alter dort, wo sie im Alltag stattfindet –
beim Aufstehen, Gehen oder durch kleine Trainingseinheiten zu Hause. Auch im Rahmen der Seniorenbetreuung in Bochum achten wir darauf, vorhandene Kraft und Selbstständigkeit zu erhalten und zum zusätzlichen Aufbau zu motivieren.
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